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I am the master of my fate. I am the captain of my soul - Invictus by William Ernest Henley
Eine Antwort auf den Artikel von Jochen Bittner bei “Die Zeit”.
Wahrscheinlich meint es der “Die Zeit” Journalist Jochen Bittner einfach sarkastisch, wenn er meint, dass man dem Verfassungsschutz vorgeworfen hat “das Undenkbare nicht gedacht zu haben”.
Vielleicht entsteht aus lauter Ignoranz die Behauptung, dass Politik auf den Straßen zu brennenden Mittelklassewagen führt. Wahrscheinlich mag er es reaktionär, wenn er es so verwerflich findet “den Herrschenden ihre ökonomischen Machtgrundlage zu entreißen”.
Aber was, wenn dahinter einfach mehr steckt? Oder genauer gesagt, weniger? Was, wenn der Artikel einfach nur dumm ist?
Es ist ja nicht gerade undenkbar, illegale, neonazistische Gruppierungen wären Gewaltbereit. Der Vorwurf lautete, wo es doch so offensichtlich war, wieso der Verfassungsschutz so lange nicht agierte.
Parlamentarismus ist auch nicht mit Demokratie gleichzusetzen. Es kann Demokratie ohne Parlamentarismus geben, aber wichtiger: Parlamentarismus kann auch ohne Demokratie existieren. Und in der Tat, mit ein bisschen Recherche hätte der Herr Bittner herausgefunden, dass die Parlamente, Kongresse, Kammern und dergleichen, sehr, sehr selten (um nicht NIE zu sagen) die Zusammensetzung des Volkes wiederspiegeln. Kein Wunder, dass Leute unser System nicht immer als echt demokratisch sehen. Kein Wunder, dass viele einen Systemwechsel fordern. Das macht sie nicht zu Antidemokraten, schon gar nicht zu Verfassungsschändern.
Aber bitte, zumindest von Überwachung kann jedenfalls nicht die Rede sein. Denn der Verfassungsschutz tut ja nicht mehr als jede Zeitungsredaktion machen könnte. Nur einen Haken hat es trotzdem: Sie sind keine Zeitung, sondern ein Organ des Staates.
Blöde Artikel können auf vielerlei Humus wachsen. Auch auf “Der Zeit”.
http://www.zeit.de/2012/05/Beobachtung-Linkspartei-Pro?commentstart=9#comments
Am 5. August im Standard Interview sagte der Präsident des Handels- und Shoppingcenterverband, Stephan Mayer-Heinisch, dass “der Handel beutet keine Mitarbeiter aus”.
Dabei gab diese Woche der Oberste Gerichtshof eine Handelsangestellte Recht, die in einer schlechter bezahlten Verwendungsgruppe zugeordnet war als ihr zustand. Nach Angaben der Gewerkschaft sind in Österreich von der Situation bis zu 25.000 KasiererInnen betroffen. “Nach acht Jahren macht die Differenz gut 15 Prozent des Gehalts aus”, sagt Gewerkschafter Karl Proyer.
Der Möbelkonzern Lutz, der insbesondere in Deutschland von den Gewerkschaften wegen seinem unfaire Beschäftigungs- und Bezahlungspolitik kritisiert wird, argumentiert ganz lapidar: “wir sind keine Barbaren, sonst würde keiner bei uns arbeiten wollen”.
So, so. Also, alle Firmen, Unternehmen oder Fabriken die es schaffen, Mitarbeiter anzustellen, sind nicht Barbar. So gesehen macht die Behauptung von Mayer-Heinisch auch Sinn, denn wenn Ausbeuten nicht bedeutet, unterbezahlt für zu viel Arbeit unter unfaire Konditionen zu arbeiten, dann ist das einzige Barbar die gewaltige Versklavung von Menschen. Ach ja, weil Menschen nur dann zu essen und zu wohnen brauchen, wenn sie Spaß bei der Arbeit haben.
Das einzige, was mir als Abschluss zu dem Thema noch einfällt sagte Mayer-Heinisch selber: “Händler jammern immer”