
Endlich! Jetzt herrscht freier Wettbewerb auf der Westbahn und wir dürfen uns auf alle Vorzüge freuen. Natürlich ist der Wettbewerb nicht ganz frei, Eisenbahnen bestehen ja unbedingt darauf auf Schienen zu fahren. Es hat also viel mehr etwas von einem staatlich gesichertes Monopol für eine einzige Firma, deren Konkurrenz auch die abgelegensten Orten bedienen muss und sich nicht auf Gewinn konzentrieren darf. Nun ja, dafür werden die Preise, wie die klassische Theorie ja so eindeutig vorhersagt, für alle Strecken (auch die, auf denen die Westbahn nicht fährt) weiter steigen.
Und wenn Sie sich keinen anderen Anbieter gewünscht haben, dann werden Sie auch merken worum es bei solchen Privatisierungsversuchen geht. Es geht nicht darum, den Kunden einen besseren Service anzubieten, sondern darum, dem großen Kapital Gewinne aus der öffentlichen Infrastruktur ziehen zu lassen. Ja, klar zahlt die Westbahn pro befahrene Kilometer, aber ohne ein flächendeckendes Schienennetz, Bahnhöfe, Busse, die diese Bahnhöfe anfahren, etc, etc, wäre die Westbahn ganz sicher kein so gutes Geschäft.
Die Mehrkosten decken freilich den besseren, effizienteren Service. Ohne Scotty oder Kursbuch lässt sich ja angenehmer fahren. Und wenn für die ÖBB-Kunden Probleme entstehen, dann ist es “das Problem der ÖBB”.
Freuen Sie sich, die Bahn wird Privat!
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