Politspective

"about the search for solutions to the problems our society is facing. A search that even given the complexity of our world is rather realistic by the acknowledgment that the answers are not only in politics, nor in economics or science, nor in arts, philosophy or religion but in the specific conjunction of all of this fields given by the particular socioeconomic conditions of our era."
Recent Tweets @hernanv
Posts tagged "österreich"

Soviel zur FPÖ Sicherheitspolitik. Der Notruf zum ANHÖREN!

(Das Bild ist verpixelt, hier geht es klarer: http://www.fpoe-wien.at/index.php?id=1200&maID=2000&cHash=4efbfa09420ca9475176b85a63f7a641)

artruby:

Erwin Wurm - House Attack (2006)

Taken at the Museum for Modern Art MUMOK in Vienna, Austria. 

artruby:

Erwin Wurm - House Attack (2006)

Taken at the Museum for Modern Art MUMOK in Vienna, Austria. 

Gerade macht in Facebook ein Video von Roland Düringer die Runde. Kernbotschaft: „Wir sind wütend“.

„Wir sind wütend, ziemlich wütend, weil diese Polit-Marionetten offenbar ihre Aufgabe vergessen haben. Nämlich uns, der Gemeinschaft, zu dienen!“

Ja, ich bin auch wütend. Ebenfalls wegen der systemischen Unfähigkeit der Politik. Wegen einem System, in dem Leute nur nach ihrer Produktivität im Bezug auf Geld und nicht nach ihrem Charakter beurteilt werden. Wegen einem Bildungssystem, welches nicht dazu da ist, unsere persönlichen Träume zu erreichen, sondern dafür, dass wir in Zukunft noch mehr konsumieren können. 

Trotzdem, bei all meiner Wut, hatte ich das Gefühl, dass mir etwas in Düringers Botschaft fehlte. Vielleicht, weil ich nicht zu all jenen gehöre, „die nicht verstehen können, dass die Zehn Gebote Gottes aus 279 Wörtern bestehen […] und die EU-Verordnung über den Import von Karamell-Bonbons [aus] 25911 Wörter bestehen muss“. Ich meine, die Zehn Gebote sind ja nicht gerade deswegen berühmt, weil sie noch nie ein Missverständnis erzeugt haben. Oder?

Oder vielleicht deswegen, weil mir gesagt worden ist, man soll keine Entscheidungen treffen, wenn man wütend ist. Das sind nämlich meistens dumme Entscheidungen.

Vielleicht einfach nur deswegen, weil ich mich nicht als laufenden Hamster sehe. Vielleicht bin ich einer von all jenen, die durch ihre Arbeit – die zugegeben sehr selten unser Berufung ist – die Welt ein bisschen besser zu machen versuchen.

Wir sind nämlich all jene, die ein „alle machen es so“ nicht akzeptieren. Wir studieren, weil es Spaß macht und arbeiten, weil wir einen Beitrag zu unserer Gesellschaft leisten wollen. Wir sind all jene die mit einem Lächeln für den Kunden, einem freundlichen Wort für einen Unbekannten und mit Ehrlichkeit im Geschäft dem System entgegen wirken. Wir sind all jene die glauben, Sachen werden nicht besser weil man sie kritisiert, sondern weil man sie ändert.

Und mit unserer Stimme möchten wir mehr als nur schreien können. Wir möchten überzeugen, bewegen, motivieren, lieben, mitbestimmen und kreieren. Wir möchten eine bessere Welt und das, was wir sagen ist einfach: Wir tun’s!

 

Update: Robert Düringer im Interview mit dem Standard. Wie er das wirklich gemeint hat:

http://derstandard.at/1323222849546/Hamsterrad-Das-System-ist-am-Ende

Photo by: mr.gearsAm 5. August im Standard Interview sagte der Präsident des Handels- und Shoppingcenterverband, Stephan Mayer-Heinisch, dass “der Handel beutet keine Mitarbeiter aus”.

Dabei gab diese Woche der Oberste Gerichtshof eine Handelsangestellte Recht, die in einer schlechter bezahlten Verwendungsgruppe zugeordnet war als ihr zustand. Nach Angaben der Gewerkschaft sind in Österreich von der Situation bis zu 25.000 KasiererInnen betroffen. “Nach acht Jahren macht die Differenz gut 15 Prozent des Gehalts aus”, sagt Gewerkschafter Karl Proyer.

Der Möbelkonzern Lutz, der insbesondere in Deutschland von den Gewerkschaften wegen seinem unfaire Beschäftigungs- und Bezahlungspolitik kritisiert wird, argumentiert ganz lapidar: “wir sind keine Barbaren, sonst würde keiner bei uns arbeiten wollen”.

So, so. Also, alle Firmen, Unternehmen oder Fabriken die es schaffen, Mitarbeiter anzustellen, sind nicht Barbar. So gesehen macht die Behauptung von Mayer-Heinisch auch Sinn, denn wenn Ausbeuten nicht bedeutet, unterbezahlt für zu viel Arbeit unter unfaire Konditionen zu arbeiten, dann ist das einzige Barbar die gewaltige Versklavung von Menschen. Ach ja, weil Menschen nur dann zu essen und zu wohnen brauchen, wenn sie Spaß bei der Arbeit haben.

Das einzige, was mir als Abschluss zu dem Thema noch einfällt sagte Mayer-Heinisch selber: “Händler jammern immer”

Saul Alinsky in der Zeit der Tea-Partiers und der FPÖ oder wieso man die Österreichische Mittelschicht sinnvoll organisieren muss.

Es kam wie es die Demokraten befürchtet haben, die Mehrheit im Abgeordneten Haus ist weg und an die Macht sind nicht nur die Republikaner gekommen, sondern vor allem der rechtsextreme Flügel ihrer Partei, die Tea-Party. Der Weg für eine mögliche Präsidentschaftstkandidatur von Sarah Palin ist somit frei gelegt.

Die Tea-Party - es handelt sich dabei um erzkonservative Republikaner - tritt gegen alle mögliche Formen der soziale Unterstützung, gemeinschaftliche Arbeit und Marktregulierung ein. Sie sind aber auch, wenn man sich ihre Wahlwerbung näher anschaut, gegen eine vernünftige und respektvolle demokratische Diskussion. Außerdem sind sie so extremistisch, dass es sogar einigen hochrangigen, alteingesessenen Republikaner nicht angenehm ist, dass sie immer mehr Einfluss erlangen.

Der Diskurs ist viel rassistischer, nationalistischer, antidemokratischer und religiöser als bei ihren Kollegen in der Republikanischen Partei. Sie haben also vieles mit der Freiheitlichen Partei in Österreich gemein.

Read More