
RyanAir ist ein geniales Beispiel für gelungenen Neoliberalismus. Erstens sind die Preise ja so billig! Ja, es stimmt, zu den Angebotspreisen kommen die Steuern und die Gebühren, aber hey, das ist ja nicht RyanAirs Schuld sondern natürlich die des Staates, der besteht ja so euphorisch auf Luftsicherheit, Infrastuktur und Luftsauberkeit. Für das Gepäck muss man auch extra zahlen, selbstverständlich! Wieso sollten die, die kein Gepäck mitnehmen, für das Gepäck von den anderen mitzahlen? Ich meine, es ist ja nicht so, dass diese alle zum selben Ort fliegen.
Wenn man will, kann man auch noch für bevorzugte Behandlung extra zahlen. Dann muss man nicht Schlange stehen und kommt als erstes in den Flieger rein. Ankommen wird man zur selben Uhrzeit. Man sitzt also länger im Flugzeug. Vielleicht nur eine Nebensache, da die Sitzplätze so bequem sind.
Würden das die EU-Bürokraten und die Gutmenschen nicht verhindern, dann könnte man noch billiger Fliegen. Denn warum sollen normal gewichtige Menschen das verbrauchte Extra-Sprit von Übergewichtigen mitfinanzieren? Genauso sollte die Toilettenbenutzung nicht im Preis inbegriffen sein. Wenn wir die Schließmuskel unserer Mitflieger nicht trainieren, wo kommen wir denn bitte hin? Anarchie!
Am Ende ist die Reise nicht wirklich viel billiger, aber man kommt mit einem Lächeln im Gesicht aus dem Flieger. Ich befürchte nur, Neoliberale fliegen nie mit RyanAir. Schade, da wären sie erst recht von ihren Thesen begeistert.